FAQ → Wärmebildtechnik & Thermografie
Was ist der Unterschied zwischen Nah-Infrarot (NIR) und Wärmebildkamera (LWIR)?¶
Nah-Infrarot (NIR) ist fast sichtbares Licht – gut für Vegetationsindizes (NDVI). Wärmebildkameras (LWIR) messen echte Wärmeabstrahlung. Für Wildtiersuche ist nur LWIR relevant.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-26
Tags: grundlagen infrarot lwir ndvi nir waermebildtechnik
„Infrarot” ist ein Oberbegriff – im Drohnenbereich werden zwei grundlegend verschiedene Technologien darunter gefasst.
Nah-Infrarot (NIR, 750–1400 nm):
- Grenzbereich zum sichtbaren Licht
- Wird von Pflanzen stark reflektiert (Chlorophyll-Effekt)
- Basis für NDVI (Normalized Difference Vegetation Index) und andere Vegetationsindizes
- Kameras: Multispektralkameras (z.B. DJI Zenmuse P1, Micasense)
- Anwendungen: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Präzisionslandwirtschaft
- Nicht geeignet für Wildtiersuche – Menschen und Tiere sind im NIR nicht besonders erkennbar
Langwellen-Infrarot (LWIR, 8–14 µm) = Wärmebildkamera:
- Misst die vom Objekt selbst abgestrahlte Wärme (Eigenemission)
- Braucht kein Licht – funktioniert bei Nacht
- Zeigt Temperaturunterschiede zwischen Objekten
- Kameras: DJI Mavic 3T, Matrice 4T, Zenmuse H30T, XT2
- Anwendungen: Wildtiersuche, Branderkundung, Gebäudediagnostik, Personensuche
- Die richtige Wahl für alle thermal DRONES Anwendungen
Kurzwellen-Infrarot (SWIR, 1–3 µm):
- Spezialbereich für industrielle Inspektion und Militäranwendungen
- Sehr teuer, selten im zivilen Drohnenbereich
Fazit: Für Rehkitzrettung, Wildtiersuche und BOS-Einsätze: immer LWIR-Wärmebildkamera – keine NIR-Kamera.