Zum Inhalt

FAQRehkitzrettung & Wildtierrettung

Warum flüchten Rehkitze nicht vor Mähmaschinen?

Rehkitze haben einen angeborenen Drückinstinkt – sie bleiben in den ersten Lebenswochen absolut still liegen statt zu fliehen. Das schützt vor Fressfeinden, nicht aber vor modernen Hochleistungsmähern.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-27

Tags: drückinstinkt mahd rehkitz tierschutz

Der Tod von Rehkitzen durch landwirtschaftliche Maschinen hat biologische und technische Ursachen.

Der Drückinstinkt: Rehkitze sind in den ersten Lebenswochen noch nicht fluchtfähig. Ihr angeborener Schutzreflex: Sie drücken sich reglos auf den Boden und bleiben absolut still. Das funktioniert hervorragend gegen natürliche Feinde wie Fuchs oder Habicht – aber nicht gegen Mähmaschinen.

Das Problem mit moderner Mähtechnik:

  • Großflächenmäher erreichen Arbeitsbreiten von 6–9 m und Geschwindigkeiten von 10–15 km/h
  • Neuere Modelle sind oft geräuschärmer – Kitze werden nicht rechtzeitig aufgeschreckt
  • Die Messerklingen rotieren mit hoher Drehzahl und sind für ein Rehkitz tödlich

Warum Begehung zu Fuß nicht ausreicht:

  • Kitze liegen still und sind im hohen Gras (Mai/Juni oft 50–80 cm) kaum sichtbar
  • Auf großen Flächen (über 5 ha) ist eine lückenlose Begehung zeitlich kaum möglich
  • Begeher schrecken Kitze auf – diese laufen weg und drücken sich an anderer Stelle erneut

Schätzungen gehen von 80.000–100.000 getöteten Rehkitzen pro Jahr allein in Deutschland aus.

Verwandte Fragen